Was macht eine gute Kinder-App aus?

Sophie, 26.10.2016

„Mama, darf ich was bei dir spielen?“ in Kombination mit dem zielsicheren Griff nach dem Smartphone ist dies eine Szene, die sich in Familien seit einigen Jahren mit großer Häufigkeit abspielen. Die Antwort wird wohl häufig „Aber nur zehn Minuten!“ lauten.

Smartphones, Tablets und Digitale Medien halten in Kinder- und Familienwohnzimmer immer weiter Einzug und sind aus dem Alltag gar nicht mehr wegzudenken. Darauf haben natürlich zahlreiche Entwickler reagiert und eine wahre Flut verschiedener Apps geschaffen. Diese unterscheiden sich auf den ersten Blick zunächst vor allem durch den Preis.

Als Redaktion des Portals „Apps für Kinder“ haben wir es zur Aufgabe gemacht, die Spreu vom Weizen zu trennen und durchforsten regelmäßig das üppige Angebot, um unsere Empfehlungen für Sie zusammenzustellen.

Aber was macht eigentlich eine gute Kinder-App aus?

Eine gute Kinder-App setzt sich für uns aus verschiedenen Faktoren zusammen, denen gleiche Wichtigkeit zukommt. Wir gehen den Fragen der Kinderfreundlichkeit, Bedienbarkeit, Gestaltung und technischen Umsetzung nach, um zu entscheiden, ob eine App empfehlenswert ist.

Eine gute Kinder-App ist für uns ganz klar zunächst eine, die auf In-App-Kaufmöglichkeiten und Werbeangebote verzichtet. Zwar können Eltern ihre Kinder im Umgang mit neuen Medien und den darin lauernden Versuchungen schulen, aber Grundschüler und Kindergartenkinder sollten gar nicht erst mit verschleierten Kaufmöglichkeiten konfrontiert werden.

Knifflig wird es in den Fällen der sogenannten Freemium-Apps (eine Mischung aus Free und Premium), in denen die Nutzer einen kurzen Einblick in die App bekommen, für den vollen Umfang jedoch bezahlen müssen. Dieses Angebot sehen wir im Kinder-Apps-Bereich allerdings eher für die Eltern, die sich einen kleinen Eindruck holen können, bevor sie sich für den Kauf einer App entscheiden.

Leichte Bedienbarkeit und gute Ausarbeitung ist wichtig

Von versteckten Kosten und Werbung abgesehen, schauen wir gezielt auf die Ausarbeitung der Apps. Ist das Menü leicht bedienbar? Kommen die Kinder ohne Lesekenntnisse voran? Gibt es eine Sprachausgabe? Gibt es technische Unebenheiten, die zu Frustration führen? Kinder haben meist einen ganz intuitiven Zugang zu den Medien, die wir uns im Erwachsenenalter erst erarbeiten mussten. Dennoch ist die Toleranz für Irrwege, Sackgassen und Fehlentscheidungen bei Kindern sehr niedrig, sodass die Bedienbarkeit möglichst leicht sein sollte. Zwar macht das Spielen und Lesen mit den Kindern zusammen viel Spaß, aber die meisten Apps sollten ab einem gewissen Alter auch dafür genutzt werden können, dass die Kinder sich allein damit beschäftigen können.

Liebenswerte Figuren, tolle Inhalte und detaillierte Gestaltung

Darüber hinaus geht es uns natürlich maßgeblich um Inhalte, die optische Gestaltung und den Spaßfaktor. Nichts erfreut mehr als ein mit Liebe zum Detail illustriertes und erzähltes Kinder-Bilderbuch oder eine Lern-App mit Figuren, die wir sofort zu den besten Freunden zählen wollen. Viele Apps übersetzen bekannte Bücher, Spiele oder Lernstrategien in Apps und untermalen sie mit den Möglichkeiten, die Digitale Medien bieten. Kleine Animationen, bewegliche Elemente und interaktive Bildbereiche erweitern die Möglichkeiten und machen alte Formate noch interessanter.

Daneben gibt es zusätzlich Apps, die sich von Bekanntem lösen und die Vermischung von Realität und technischen Möglichkeiten ausschöpfen. Das Thema ‚Augmented Reality‘ (dt.: Erweiterte Realität) begegnet Digitalinteressierten in der letzten Zeit auch im Kinder-Apps-Bereich immer häufiger und lässt gespannt auf die Zukunft blicken.

Worauf sollten Sie achten, wenn Sie eine App suchen?

Natürlich können Sie ohne große Umstände immer in unseren Empfehlungen und Kategorien für iPhone, iPad oder Android-Geräte nach Inspiration für den nächsten Download suchen. Über eine Vergabe von Sternen, Icons und einer ausführlichen Rezension versuchen wir Ihnen einen möglichst guten Eindruck von der Kinder-App zu vermitteln.

Wenn Sie selbst nach einer neuen App suchen, achten Sie im App Store oder Play Store darauf, ob die App In-App-Käufe beinhaltet und um welche es sich handelt. Beschreibungstext und Bilder geben zusätzlich einen kleinen Eindruck vom Inhalt. Auch ein Blick in die Bewertung von anderen Käufern der App lohnt sich häufig. Ebenfalls eine gute Möglichkeit zur Suche ist es, den Weiterleitungen auf den Seiten zu folgen. Schauen Sie bei einer App, die Ihre Kinder und Sie mögen, was Kunden, die diese App gekauft haben, noch in ihrer Auswahl haben.

Leider ist es derzeit immer noch so, dass viele Gratis-Apps sich durch Werbung und versteckte Kaufmöglichkeiten finanzieren – verständlich, denn natürlich arbeiten die Anbieter kostenloser Kinder-Apps am Ende nicht umsonst. Da die meisten Paid-Apps inhaltlich, gestalterisch und im Umfang längst an beispielsweise Kinderbücher heranreichen, lohnt sich die Investition der kleinen Beträge häufig. Das Preis-Leistungs-Verhältnis nehmen wir in unseren Rezensionen selbstverständlich mit auf, damit Sie wissen, ob sich der Kauf lohnt.

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