Faszination Minecraft - einfach spielend lernen

Stephan, 07.09.2016

Mit weltweit mehr als 72 Millionen Verkäufen zählt Minecraft zu einem der erfolgreichsten Computerspiele, dessen Faszination sich nicht nur Kinder und Jugendliche kaum entziehen können.

Minecraft begeistert weltweit Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Ein Phänomen, das dem Softwareunternehmen Microsoft die stolze Summe von rund 1,9 Milliarden Euro wert war, um das hinter Minecraft stehende Entwicklungsstudio zu übernehmen.

Auf den ersten Blick ein Rätsel

Eltern, die das erste Mal den Nachwuchs beim Spielen von Minecraft beobachten, werden überrascht sein. Denn statt fotorealistischer Landschaften und Rennstrecken prangt auf dem Monitor von Computer oder Spielekonsole eine Klötzchengrafik, die altmodisch, fast primitiv ist.

Statt Realismus zeigt das Spiel Bilder, die aus den Anfangstagen des PC zu stammen scheinen. Noch rätselhafter wird das Phänomen Minecraft, fragen Uneingeweihte nach dem Ziel des Spiels. Kinder und Jugendliche werden dann die vielen Möglichkeiten beschreiben, die ihnen das Spiel bietet. Die Antwort auf die Frage werden sie aber schuldig bleiben. Denn Minecraft hat im konventionellen Sinne kein Ziel und damit auch kein Ende. Und die an Legosteine erinnernde Grafik ist genau das, was für viele Spieler genau den Reiz ausmacht.

Eine Welt voller Möglichkeiten

Minecraft gehört zum Genre der Aufbauspiele. Mit begrenzten Ressourcen erkundet der Spieler eine nach dem Zufallsprinzip generierte Welt. Er schafft sich Werkzeuge, Häuser, Landschaften. Minecraft ist wie Lego am Bildschirm. Und genauso vielseitig wie die einfachen Werkzeuge, sind auch die Rollen, in die die Spieler schlüpfen können.

Im Überlebensmodus muss der Spieler regelmäßig Nahrung finden und konsumieren und auch seine Ressourcen sind arg begrenzt. Eine Behausung zu bauen, ist nicht nur notwendig, um sich zu regenerieren, sondern den nachts herumschleichenden Zombies auszuweichen. Die sind ähnlich harmlos gezeichnet, wie die gesamte Grafik des Spiels, weswegen sich Minecraft auch für jüngere Schulkinder eignet und bei Jungen und Mädchen dieser Altersgruppe ein richtiger Hit ist.

Wer dagegen einfach seiner Fantasie freien Lauf lassen möchte, der startet den Kreativmodus. Hier gibt es keine Zombies und dem Spieler stehen alle Werkzeuge und Baumaterialien zur Verfügung. Dieser Modus lässt die Herzen aller kleinen und großen Baumeister höher schlagen. Hier darf gebaut und gestaltet werden: Anwesen, Schlösser, ganze Städte. Grenzen gibt es keine.

Im Team spielen, aufbauen und kommunizieren

Minecraft kann auf dem PC mit Windows oder auf dem Mac gespielt werden. Es gibt eine Version für Spielekonsolen und auch Varianten für Smartphone mit Android und iOS. Auf jedem Gerät kann der Spieler die Welt von Minecraft erkunden. Und das nicht nur allein. Über sogenannte Realms und öffentliche Minecraft-Server verabreden sich Fans rund um den Globus, um gemeinsam zu spielen, Welten zu erforschen oder auch nur, um etwas aufzubauen. Als Server kann bereits ein einfacher Computer genutzt werden und der Ersteller der Welt entscheidet selbst darüber, ob er mit Fremden spielen möchte oder nur Freunde dazu einlädt.

Welche Erfahrungen haben Spieler mit Minecraft gesammelt? Welche Tipps und Tricks gibt es? Eng verbunden mit der Popularität des Spiels ist die sogenannte LetsPlay-Bewegung. Spieler nehmen Videosequenzen ihres Bildschirms auf und kommentieren diese. Das fertige Video landet dann auf YouTube oder Plattformen wie Twitch. Software für die Aufnahme und die Bearbeitung gibt es kostenfrei im Internet. So werden aus Spielern schnell fantasievolle Regisseure und Filmemacher.

Minecraft im Unterricht

Inzwischen erkennen auch immer mehr Erwachsene und Pädagogen den Reiz des Spiels. Wer sich auf das einfache Spielprinzip und die ebenso einfache Grafik einlässt, erhält die Chance, gemeinsam mit den Kindern zu spielen und in eine neue Welt einzutauchen. Denn Bauwerke und Landschaften sind längst nicht alles, was Minecraft-Spieler gestalten können.

Mit den sogenannten Redstone-Blöcken und virtuellen Kabeln können im Spiel elektronische Schaltungen nachgebaut werden. Mit fast unbegrenzter Komplexität, die bis zur Umsetzung von Taschenrechnern reicht. Über Spielerweiterungen, die Mods und Plugins genannt werden, können Spieler Einfluss auf die Eigenschaften von Werkzeugen und Ressourcen nehmen, und dabei gleichzeitig viel über das Programmieren lernen.

An der schwedischen Viktor-Rydberg-Schule hat es Minecraft sogar geschafft, zu einem Unterrichtsfach zu werden. Gerade weil die Schüler hier nicht nur viel über Umwelt und deren Einflüsse erfahren können, sondern auch die Zusammenarbeit im Team spielerisch erlernen. Der Hersteller Mojang kommt solchen Ansätzen mit einer speziellen Version, Minecraft Edu, entgegen. Und auf der Website Minecraftbildung.de werden eindrucksvolle Beispiele gesammelt, wie sich das Spiel im Unterricht einsetzen lässt.

Minecraft zählt sicherlich zu den pädagogisch als wertvoll einzuschätzenden elektronischen Spielen. Eltern und Lehrer gleichermaßen sollten aber nicht vergessen, dass es gerade jüngeren Spielern schwerfallen wird, sich aus dem Bann der unendlichen Minecraft-Welt zu entziehen. Wie bei allen Computerspielen gilt es, die mit Minecraft verbrachte Zeit im Auge zu behalten.

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